Zuerst ewiges Leben als Geschenk – dann Gott kennenlernen… oder umgekehrt?

Herr Evermann kritisiert gerne die Neue-Welt-Übersetzung und damit einhergehend die Zeugen Jehovas. Man bat mich, einen seiner Blogartikel zu analysieren.

Dabei geht es um Johannes 17:3 in der NWÜ – seinen Artikel kann man gerne hier in Gänze nachlesen, da ich im Folgenden auszugsweise daraus zitieren werde (Stand: 16. Januar 2019)

Der Vergleich mit anderen Übersetzungen

Joh 17:3 in der Neuen-Welt-Übersetzung:

“Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus.”

Joh 17:3 in der revidierten Neuen-Welt-Übersetzung (Februar 2019):

“Das bedeutet ewiges Leben: dich, den allein wahren Gott kennenzulernen und auch den, den du gesandt hast, Jesus Christus.”

Joh 17:3 in der Elberfelder Übersetzung:

„Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“

Wenn wir schon mal Übersetzungen vergleichen, hier sind gleich noch ein paar:

Joh 17:3 in der Neuen Genfer Übersetzung:

„Und das ewige Leben zu haben heißt, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus.“

Joh 17:3 in der Neuen Evangelischen Übersetzung:

„Das ewige Leben bedeutet ja, dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus.“

 

Herr Evermann zieht ja vorzugsweise die Elberfelder Übersetzung zu Rate, und aufgrund dessen mag er bereits nicht wie der erste Teil des Verses in der NWÜ übersetzt wurde:

Warum ist die Fehlübersetzung „dies bedeutet“ problematisch?

Ich halte „dies bedeutet“ hier für eine Fehlübersetzung. Man könnte es fast durchgehen lassen, denn man kann auch in der NWÜ den Vers Joh 17:3 so verstehen wie eben geschildert. Aber zusammen mit der Interpretation des Wachtturms wird eine falsche Lehre daraus. Es wird behauptet, das fleißige Sammeln von Erkenntnis sei die Vorbedingung für ewiges Leben. Man kann zwar das deutsche Wort „bedeuten“ so verstehen wie der Wachtturm es in seiner Auslegung tut, aber der Bereich dessen, was “ist“ im Griechischen bedeuten kann, ist hier vollends verlassen.

Die Übersetzer der NGÜ und der Neuen Evangelischen Übersetzung scheinen den zugrundeliegenden altgriechischen Ausdruck ἐστὶν (estin) aber auch in diesem Fall mit „das…heißt“ und „bedeutet“ geglaubt zu haben übersetzen zu können.

In dem Zusammenhang sollte man sich vielleicht einmal 2. Johannes 1:6 anschauen, wo ein ähnlicher Satzbau verwendet wird wie in Johannes 17:3. Dort fällt auf, dass weitaus mehr Übersetzungen ἐστὶν (estin) mit „bedeutet“ übersetzen, und dann beschreiben was man dafür (in diesem Fall Liebe) tun sollte.

Ich denke daher (wie auch seine Beschreibung es bestätigt) dass die Übersetzung dieses Wortes für Herr Evermann im Grunde kein Problem ist – er mag nur nicht das Wort „bedeutet“ im Hinblick auf die darauffolgende Übersetzung des „fortgesetzte Erkenntnis in sich Aufnehmens“, oder „Kennenlernens“, da damit eine aktive Tätigkeit einhergeht, von der Herr Evermann glaubt sie sei unnötig.

Da sind wir auch bei dem eigentlichen Denkmuster anbelangt. Auf seinem Blog bekennt sich Herr Evermann als Mitglied der Siebenten-Tags-Adventisten, welche abgesehen von einigen wenigen Sonderlehren dem evangelischen Protestantismus am nächsten kommen.

So vertretet Herr Evermann eindeutig den Gedanken der Sola Gratia (NUR durch die Gnade Gottes bekommt man Heil). In Verbindung mit Johannes 17:3 erklärt er es dann so:

Du bist ein Sünder, du bist geistlich pleite, geistlich am Ende, und zwar komplett. Aber durch den Glauben [das Erkennen] an Jesus findest Du Vergebung, findest Du die Wiedergeburt. Gott macht Dich zu seinem Kind und macht aus Dir einen Menschen, der seinen Vorstellungen entspricht.

Und weiter erläutert er in Verbindung mit Römer 6:23:

Paulus sagt also: der Lohn für die Sünde ist der Tod. Das ewige Leben ist kein Lohn, es ist ein Gnadengeschenk. 

Herr Evermann ist sich scheinbar nicht bewusst, dass Zeugen Jehovas ebenfalls daran glauben von der Gnade Gottes abhängig zu sein. Das große ABER dabei ist, dass Gottes Gnade eine freie Gabe ist die man pflegen muss – man bekommt sie zwar als freie Gabe, aber man muss etwas tun um in dieser Gnade bleiben zu können.

Man kann es so vergleichen: Ein unbekannter Fürst lädt das Volk ein bei ihm im Palast zu wohnen, und sich seiner Gastfreundschaft zu erfreuen. Man kann solange bleiben wie man möchte. Es ist ein Geschenk – eine freie Gabe. Als Vorbedingung muss man nur den Weg zum Palast finden, welcher schwer ist, aber der Gastgeber gibt dem Volk dafür eine mühevoll detaillierte Wegbeschreibung, mit Hintergründen zu seiner Persönlichkeit damit man sich schon jetzt mit ihm anfreunden kann (Matthäus 7:13, 14; Psalm 119:9).

Was aber, wenn man sich nicht an die Wegbeschreibung hält, weil man sich nicht damit beschäftigen möchte? Wenn man von der Gastfreundschaft des Fürsten profitieren möchte, wäre es respektlos sich nicht von seinen Worten anleiten zu lassen, in der überheblichen Hoffnung man könne durch die eigene Intelligenz den Weg zum Palast finden.

Respektvolles Handeln schließt mit ein, sich bewusst zu sein, dass man sich weder die Gastfreundschaft verdient hat, noch die detaillierte Wegbeschreibung, aber umso mehr deswegen Dankbarkeit für diese freien Gaben bekundet und sie nutzt.

Die Bibel ist Gottes Wegbeschreibung, die man befolgen sollte um auf seinem heiligen Berg wohnen zu können, und ihn in gebührender Weise ehren zu können (Psalm Kapitel 15). Ebenso hat Gott sein Wort unter Inspiration niederschreiben lassen, damit man Gott immer besser kennenlernen kann, sofern man sich damit eingehend befasst.

Die Gnade Gottes steht also jedem frei zur Verfügung – entscheidet man sich jedoch für diese Gnade muss man Bedingungen erfüllen um weiterhin davon profitieren zu können, denn „Gott lässt sich nicht verspotten“ (Galater 6:7)

Herr Evermann jedoch glaubt, in Gottes Gnade bleiben zu können sei eine freie Gabe für die Menschen, die Gott erkennen (ohne weiteres Zutun). Er glaubt scheinbar Gott hätte keinerlei Erwartungen an uns Menschen. Ich habe ein Problem mit dieser Auffassung, denn sie ist ein Hauptgrund dafür, dass Viele den Großkirchen den Rücken kehren und Atheisten oder Agnostiker werden, weil sie diese „Wiedergeburt“ entweder nicht fühlen, oder es ihnen eindeutig an geistlicher / biblischer Erkenntnis mangelt. Wie sonst sollte man sich den Mangel an biblischen Allgemeinwissen der Menschen erklären die Zeugen Jehovas im Predigtdienst antreffen, selbst bei solchen die bekennen „wiedergeborener Christ“ zu sein.

Sie gleichen solchen die die Gastfreundschaft Gottes angenommen haben, aber deren Respekt und Dankbarkeit dafür nur Lippenbekenntnis sind, welcher sich nicht wirklich in entsprechenden Taten zeigt.

Diese Ausführung sollte als Hintergrund reichen um zu zeigen wie bzw. warum Herr Evermann so argumentiert wie er es tut.

Kommen wir zurück zu Herr Evermanns Blogartikel. Eine Erklärung wieso Zeugen Jehovas in der NWÜ Johannes 17:3 so übersetzen wie sie es tun haben sie längst beschrieben – man kann den ganzen Wachtturm -Artikel hier nachlesen.

Herr Evermann findet den Artikel nicht so doll. Er lässt sich lieber darüber aus, dass im Wachtturm-Artikel Bibelgelehrte falsch bzw. aus dem Kontext herausgerissen zitiert werden.

Zitat aus Vine’s Repository Dictionary

So zitiert der Wachtturm aus Vine’s Repository Dictionary und zitiert daraus die Definition des griechischen Wortes ginosko, welches die NWÜ mit „kennenlernen“ oder „fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen“ wiedergibt, wie folgt:

Man beachte die folgenden Definitionen:

„GINŌSKŌ (γινώσκω) bedeutet Erkenntnis in sich aufnehmen, kennenlernen, erkennen, verstehen oder vollständig verstehen“ (Zitat aus Wachtturm vom 1. März 1992 S.23)

Das Zitat ist richtig – die Definition ist die die Vine beschreibt. Später gibt Vine seine Interpretation des Wortes in einigen Bibeltexten, darunter auch Johannes 17:3 wieder – der Wachtturm zitiert dies nicht. Muss er auch nicht! Er zitiert die Definition des Wortes, aber nicht wie Vine diese Definition umbiegt um sie seiner Interpretation von Johannes 17:3 gefügig zu machen.

Der Wachtturm schlussfolgert aufgrund der Definition des Wortes: GINŌSKŌ (γινώσκω)

Wenn daher ginṓskō mit „Erkenntnis in sich aufnehmen“ wiedergegeben wird, so wird dadurch nicht die Bibel verändert, wie Kritiker der Neuen-Welt-Übersetzung behauptet haben. (Zitat aus Wachtturm vom 1. März 1992 S.23)

Das Argument ist einleuchtend: wir lassen keine Interpretation mit einfließen, sondern übersetzen den Ausdruck ginṓskō so genau wie möglich.

Dass Vine seine eigene Interpretation des Wortes ginṓskō im Zusammenhang mit Johannes 17:3 hat, ist für die obige Argumentation unerheblich, da er selbst die eigentliche Definition des Wortes bereits vorher klargestellt hat. Herr Evermann hat damit ein Problem – er versteht scheinbar nicht, dass es den Verfassern des Wachtturmartikels um die eigentliche Bedeutung des Wortes ging, mit seinen Schattierungen – nicht jedoch um die Interpretation des Bibelverses seitens des Theologen Vine.

Der Wachtturm führt weitere Definitionen an um sein Argument zu untermauern…

Zitat aus James Hope Moulton’s “Einleitung in die Sprache des Neuen Testaments”

„Das Präsens des Simplex γινώσκειν ist durativ [andauernd], bedeutet also ‚durch Erkenntnis auffassen‘ “

Herr Evermann stimmt dem zu und kommt auf einmal zur Feststellung:

Moulton und der Wachtturm haben zunächst einmal recht. Das Präsens im Griechischen hat typischerweise eine durative Bedeutung. Das Präsens im Deutschen hat diese Bedeutung von Haus aus nicht. Von daher kann man das durch geeignete Adverbien in der Übersetzung kenntlich machen. Man kann, man muss es aber nicht. Auch die NWÜ macht es nicht immer: im oben genannten Beispiel 2. Kor 8:9 tut sie es nicht. Aber OK, man kann das. (Heiko Evermann)

Herr Evermann ist sich wohl nicht bewusst, dass im 2. Korinther 8:9 um eine kausale Feststellung geht: man hat bereits etwas kennengelernt…. kennt es also schon (in diesem Fall die Gnade des Herrn, da er für uns in der Vergangenheit gestorben ist). Natürlich kann man diese Gnade fortlaufend besser kennenlernen – das war aber nicht die Kernaussage Pauli.

Bei Johannes 17:3 geht es nicht um eine kausale Feststellung; Herr Evermann macht aber eine draus:

Wer also den Durativ des griechischen Präsens deutlich machen will, der hätte bessere Möglichkeiten, wie z.B:

So aber ist das ewige Leben. Es zu haben führt dazu, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, fortgesetzt/immer mehr/immer besser erkennen. (Heiko Evermann)

Herr Evermann meint auf einmal der Bibeltext würde aussagen, zu was Ewiges Leben führt: zum besseren Kennenlernen Jesu und des wahren Gottes. Genaugenommen hat er mit dieser Aussage nicht unrecht, denn ewiges Leben sollte ja tatsächlich dazu führen Gott immer besser kennenzulernen. Aber er kehrt einfach mal die Reihenfolge um: Zeugen Jehovas sagen, Lerne Gott und Jesus zuerst kennen, und dann erhältst Du ewiges Leben als Geschenk. Herr Evermann glaubt aber: Erhalte zuerst ewiges Leben als Geschenk, und dann wirst Du Gott und Jesus kennenlernen.

Die Frage die sich jedoch stellt: Wieso darauf warten das Ewige Leben zu erhalten und dann damit anfangen Gott und Jesus besser kennenlernen? Wieso nicht schon jetzt?

Die Argumentation Jesu aus Johannes 17 zeigt wohin das jetzt schon führen soll (noch zu der Zeit in der Christi Diener auf der Erde und in diesem System der Dinge sind):

Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt herauszunehmen, sondern wegen des Teufels über sie zu wachen. Sie sind kein Teil der Welt, so wie ich kein Teil der Welt bin. Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit. So wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie durch die Wahrheit geheiligt werden.

Ich bitte nicht nur für sie, sondern auch für alle, die durch ihre Worte an mich glauben, damit sie alle eins sind— so wie du, Vater, mit mir verbunden bist und ich mit dir, so sollen auch sie mit uns verbunden sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. (Johannes 17:15-21 – NWÜ – Schrägschrift von mir)

Jesus sagt also, das Gottes Wort die Wahrheit ist – die Quelle der christlichen Erkenntnis über Gott und Jesus Christus. Sie zu studieren ist für wahre Christen keine Option, sondern ein Muss, damit “alle eins sind” und in dieser Einigkeit auch mit Gott und Jesus verbunden sein können.

Dies soll geschehen noch während Christen “in der Welt” sind, also Teil des heutigen menschlichen Systems sind.

Dieses “Kennenlernen” sollte also bereits fortlaufend vor sich gehen, noch bevor man Ewiges Leben als Geschenk Gottes erhält. Würde man diese Erkenntnis nicht in sich aufnehmen, könnte man nicht in dieses Einheitsverhältnis mit Jesus, Gott und seinen Brüdern gelangen, und man wäre automatisch ein “Teil der Welt” und würde nicht vom “Bösen” bzw. “Teufel” bewahrt.

Man würde es verpassen von dieser freien Gabe Gottes und Jesu; des Ewigen Lebens profitieren zu können.

 

Hier ist dann der Kernunterschied zwischen Zeugen Jehovas und der Auffassung Evangelikaler zu finden:

Evangelikale glauben: Gott tut alles für uns ohne Vorbedingung – man muss nur Wiedergeboren werden, und auch dafür muss man nichts tun… Gott zeigt einem das zu seiner Zeit (oder auch nicht – dann hattet ihr Pech). Sie glauben scheinbar ebenso, dass Glaube auch ohne entsprechende Taten genügt.

Schließlich haben alle gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes. Doch als Geschenk werden sie durch seine unverdiente Güte für gerecht erklärt aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus bezahlte Lösegeld (Römer 3:23-24)

Zeugen Jehovas glauben auch daran. Sie beschränken sich jedoch nicht auf diese biblische Aussage, sondern verschließen ihre Augen nicht vor den folgenden biblischen Aufforderungen und Feststellungen:

Naht euch Gott und er wird sich euch nahen. (Jakobus 4:8)

Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen, denn wer Gottes Nähe sucht, muss glauben, dass er existiert und dass er alle, die ihn wirklich suchen, belohnen wird. (Hebräer 11:6)

Wie ihr seht, wird ein Mensch durch Taten für gerecht erklärt und nicht durch Glauben allein. Wurde nicht ebenso auch Rạhab, die Prostituierte, durch Taten für gerecht erklärt, nachdem sie die Boten gastfreundlich aufgenommen und sie auf einem anderen Weg weggeschickt hatte? Ja, so wie der Körper ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Taten tot. (Jakubus 2: 24-26)

Lernt Gott jetzt immer besser kennen und profitiert von seiner freien Gabe, indem ihr auf sein Wort hört und danach handelt.

Herr Evermann sagt am Schluss seines Artikels:

Zum Stichwort Lohn gibt es noch einen passenden Text von Paulus, der auch dem gerade zitierten Schluss des Wachtturmartikels widerspricht:

Rö 6,23 NWÜ:

Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist [der] Tod,  die Gabe aber, die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.

Zu Gabe gibt es hier in der NWÜ noch diese Fußnote:

Wtl.: „Gnadengabe ([das] Gnadengeschenk [. . ., das])“. Gr.: chárisma; lat.: grạtia.

Paulus sagt also: der Lohn für die Sünde ist der Tod. Das ewige Leben ist kein Lohn, es ist ein Gnadengeschenk. Aber der Wachtturm versteht das nicht. Und dieses Missverständnis zieht sich durch die gesamte Literatur der ZJ.

Tja, wie die obigen Ausführungen hoffentlich gezeigt haben ist der Wachtturm nicht das Problem, sondern der Umstand, dass Herr Evermann den Wachtturm sowie die Kernaussage von Johannes 17 nicht versteht!

2 Gedanken zu “Zuerst ewiges Leben als Geschenk – dann Gott kennenlernen… oder umgekehrt?

  1. Hallo fossilisus,

    Ich lese oft auf andere Internetseiten, dass Ginosko überhaupt nicht kennen lernen bedeutet. So schreibt eine internetseite, die ich jetzt hier nicht reinkopiere,, dass Ginosko gar nicht Kennen lernen oder Erkenntnis aufnehmen bedeutet. Wenn ich in meinem Griechisch-deutsches Schul-und-Handwörterbuch von Gemoll aufschlage, finde unter Ginosko:

    I..erkennen, *kennen lernen* 1.erfahren, wahrnehmen, bemerken, einsehen, 2. Verstehen, wissen, Kenntnis haben. kennen, II. Sich zu etwas verstehen, urteilen, beschließen, überzeugt sein. (Gemoll S.182)

    hier findest du das Wörterbuch von Gemoll auch im Internet: https://gemoll.eu/

    Die Wiedergabe von der NWÜ, das mit „kennenzulernen“ wiedergegeben wird, ist wohl doch nicht so falsch.. Nach Strong Concordance kann Ginosko folgendes bedeuten:I come to *know, learn*, realize
    Definition: *I am taking in knowledge*, come to know, learn; aor: I ascertained, realized.

    Also: Ich lerne, lerne, erkenne
    Definition: *Ich nehme Wissen auf*, lerne, lerne; AOR: Ich stellte fest, realisiert. Falls wieder Fehler in meiner Argumentation stecken, bitte ich um Korrigierung.

    Ich habe noch eine Frage:

    Du zitierst in deinem Artikel Jakobus 2,24-26. Der Text sagt ja aus, dass man nicht allein durch den Glauben gerettet wird., sondern dass für den Glauben auch Taten/Werke nötig sind. In Römer 3,28 steht aber : Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke. (EB)

    Geseteswerke und Werke ohne das Wort [Gesetz] besteht wohl ein Unterschied. Gesetzeswerke sagt aus, dass wir gezwungen sind, diese Taten zu tun , weil das Gesetz es so fordert,wobei nur das Wort „Werke“ von den Menschen selber kommen muss, ohne dass er dazu gezwungen wird, diese zu tun. Sondern weil er es selber will. Verstehe ich das richtig so?

    Ich hoffe, du schaltest mein Kommentar frei und antwortest darauf. Würde mich freuen, wenn du darauf antworten könntest.

    Alles Gute

    Niemand

    • Hi Niemand,

      Danke für deine Ausführungen zu dem alt-griechischen Wort „ginosko“ – ich sehe es genauso wie Du.

      Was die Aussage aus Römer 3,28 anbelangt verstehst Du es schon richtig. Wenn Paulus von „Gesetzeswerken“ spricht, dann spricht er von Werken in Verbindung mit dem mosaischen Gesetz. Er sprach solche Christen an, die glaubten man müsse sich weiterhin an das mosaische Gesetz halten – aber durch Jesu Loskaufsopfer war dies nicht mehr nötig, und der Gesetzesbund war bereits erfüllt, und musste nicht mehr weitergeführt werden.

      Wenn Paulus dann von Werken (ohne Gesetze) spricht, dann spricht er von Werken des Glaubens. Diese müssen dem Glauben folgen – auch ohne Gesetz – denn sonst wäre unser Glaube nutzlos. Deswegen auch der Begriff den ich gerne benutze: Glaubensgehorsam.

      Liebe Grüße
      Fossilisus

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