…in meinem Blog. Ich bin ein als Zeuge Jehovas getaufter Christ – das bereits seit 1998. Und um gleich auf den Punkt zu kommen schreibe ich hier gerne eigene Gedanken auf zur Verteidigung meines Glaubens. Gebeten darum hat mich niemand.
Es ist das Resultat eines tieferen Bedürfnisses mir ein wenig den Frust von der Seele zu schreiben.
Und da ich eben ZJ bin, verteidige ich meinen Glauben am Liebsten mit der Bibel. Wenn Sie weder an der Bibel noch an meiner Überzeugung interessiert sind, dann sind sie hier im falschen Blog.
Falls eines von beiden sie jedoch interessiert, dann ermuntere ich Sie dazu weiterzulesen.
Ich verteidige meinen Glauben, weil er von allen Seiten angegriffen wird. Das kommt nicht überraschend – nein, ich rechne fest damit, und es ist wahrscheinlich erst der Anfang.
Johannes 17:18-20: Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. Wenn ihr ein Teil der Welt wärt, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt. Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen;
SO sehe ich tatsächlich meinen Glauben. Wenn jeder Beifall klatschen würde für das was ZJ tun, dann würde ich mir ernsthaft Fragen stellen.
Um was geht es in diesem Blog?
Ich werde auf Einwände eingehen, versuchen Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, und in einigen Dingen einfach meine eigenen Gedanken verfassen.
Das was Sie hier finden stellt in keiner Weise stellvertretend die Meinung der Organisation der ZJ dar, noch habe ich den Auftrag dazu erhalten. Ich tue dies freiwillig, aus eigenen Stücken. Dabei werde ich versuchen klar und fair die Tatsachen darzulegen, und ich werde es zu vermeiden suchen, andere Glaubensansichten, deren Vertreter oder andere Minoritäten anzugreifen. Es liegt mir fern, irgendjemanden mit einem meiner Posts zu verletzen – Angriff ist für mich eben nicht die beste Verteidigung.
Heikle Themen die hier angesprochen werden sind unter anderen:
- meine Ansichten zu Bluttransfusionen
- meine Ansichten zur Dreieinigkeitslehre
- meine Ansichten zur Neue(n)-Welt-Übersetzung
- meine Ansichten zum Gemeinschaftsentzug bei ZJ
- meine Ansichten zur Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas
- meine Ansichten zu aufgepuschten Sensationsmeldungen bezüglich „Skandalen“ bei den Zeugen Jehovas
Wie Sie sehen lege ich hier Wert auf „meine Ansichten“. Sie mögen sich nun fragen: „Wie ist das möglich? – Ein ZJ darf doch keine „persönlichen Ansichten“ pflegen – der hat doch nur die Ansichten zu übernehmen die die Wachturm-Gesellschaft ihm vorgibt!“. Sollte das Ihre Meinung sein so respektiere ich das – meine Meinung ist es nicht. Und die Meinung der WTG ist es ebensowenig – dazu aber mehr in einem späteren Post.
Ich habe mich als Zeuge Jehovas taufen lassen weil ich Aufgrund eigener Recherchen, unter Gebet und persönlichem Bibelstudium (wobei ich nicht nur die NWÜ benutze) immer wieder zum Schluss gekommen bin, dass meine Ansichten mit denen der WTG übereinstimmen – manchmal nicht in allen Details – aber grundsätzlich schon.
Dabei bin ich mir im Klaren das weder meine, noch einige Ansichten der ZJ im Allgemeinen, denen des Mainstreams entsprechen, und man sie kritisch beäugt, weil sie der landläufigen Meinung öfters diametral entgegengesetzt ist. Ein Christ sollte sich nicht scheuen folgenden Bibelvers zu beherzigen:
Römer 12:2: Und formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr durch Prüfung feststellen könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.
Diese Umwandlung (Metamorphose) ist keine einmalige Sache – sie ist beständig, und sollte natürlich das Ziel verfolgen schlussendlich Gottes vollkommenen und annehmbaren Willen vollständig zu entsprechen – eine Rückbildung ist sicherlich nicht erwünscht. Weil dieser Vorgang jedoch noch viele Jahre beständig vonstatten gehen sollte, wird sich auch meine Einstellung zu Dingen manchmal ändern müssen. ICH muss mich ändern – ZJ müssen sich ändern. ZJ autoreformieren sich selbst (und ich tue das ebenso) – dass sollte man immer im Blick behalten.
Als Beispiel nehme ich mir da die Beröer:
Apostelgeschichte 17:11: Diese nun waren edler gesinnt als die in Thessalọnich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten.
Ich nehme dabei einen Spielraum in Kauf – ich bin mir bewusst das weder die LK der ZJ vollkommen ist, noch bin ich es selber – beiden unterlaufen Fehler. Das ist jedoch kein Zeichen dafür dass man im Grossen und Ganzen daneben liegt.
Liebe Grüße
Danke für diese Wichtige Arbeit die du leistet.
Was du über Kindesmissbrauch geschrieben hast ist sehr wichtig
und hat mir sehr geholfen.
Gruß Peter
Hallo vielen Dank bin per Zufall auf dein Blog getroffen und es hilft mir sehr mach bitte weiter kann man bei zweifelhaften Fragen auch mal
An dich wenden. Bin auch getaufter Zeuge nur manchmal hat man ja mal ein Bischen wo man wankt und manchmal trau ich mich nicht jemanden persönlich zu fragen bin sehr schüchtern.
Als noch ungetaufter Verkündiger freue ich mich, hier gute Argumentationshilfe zu finden. Für deine Arbeit hier möchte ich mich bedanken und ich freue mich schon auf weitere aktuelle Beiträge.
ich finde es nötig und mutig von dir diese heissen Kohlen anzufassen.
meine Frage ist: sind die zwei Tauffragen biblisch?
Hi Fossilisus, irgendwelche Gedanken zum Fall von Philip Brumley den Chefjustiziar in der Weltzentrale?
Manche sagen, wie kann man JZ im allgemeinen trauen, wenn ein JZ vor Gericht wegen unwahren Aussagen verurteilt wurde?
Ich weiss nicht ob ich dafür einen eigenen Blogbeitrag schreiben werde… da mir schlichtweg nicht alle Informationen hierzu vorliegen. Für Leser dieses Kommentars: Hierbei geht es einen Fall der zivilrechtlichen Haftung der Wachtturm-Gesellschaft für Kindesmissbrauchsfälle, die sich in den 1970er- und 1980er-Jahren durch ein Mitglied einer dortigen Versammlung ereigneten. Der Täter, Ernest Gohl, wurde für diese Taten bereits im Jahr 2018 strafrechtlich verurteilt.
Philipp Brumley war in diesem Verfahren nicht der aktive Verteidiger vor Ort. In seiner Funktion als „General Counsel“ (Leiter der Rechtsabteilung der Weltzentrale) gab er jedoch eine eidesstattliche Erklärung (engl. Affidavit) ab. Ein solches Dokument ist eine feierliche Versicherung der Wahrheit gegenüber dem Gericht.
Diese Erklärung diente dazu, die Muttergesellschaft der Zeugen Jehovas (WTPA: Watchtower Bible and Tract Society – Pennsylvania) aus dem Verfahren zu lösen. Mittels eines „Antrags auf Abweisung wegen mangelnder Zuständigkeit“ (engl. Motion to Dismiss for Lack of Personal Jurisdiction) sollte aufgezeigt werden, dass die Muttergesellschaft keine juristische Verantwortung für die Handlungen lokaler Versammlungen trägt. Brumley argumentierte, dass die dortigen Ältesten keine Angestellten seien und die Zentrale keine direkte Kontrolle über die täglichen Abläufe in Montana ausübe.
Das Problem: „Heute“ ist nicht „Damals“! Brumleys Erklärung beschrieb im Wesentlichen die heutige organisatorische Struktur. Er führte an, dass Älteste heute nicht mehr direkt von der Muttergesellschaft ernannt werden (sondern durch Kreisaufseher) und keine legalen Verpflichtungen gegenüber der Zentrale hätten.
Das Gericht legte jedoch einen anderen Maßstab an: Der relevante Zeitraum für einen Haftungsfall aus den 80ern ist ausschließlich die Struktur der 80er-Jahre, nicht die derzeitige/heutige Struktur.
Das Gericht kam zum Schluss, dass die Muttergesellschaft in den 1970er- und 1980er-Jahren einen erheblicheren und direkteren Einfluss auf die Versammlungen hatte als die eidesstattliche Erklärung Brumleys das behauptete – unter anderem durch die direkte Ernennung von Ältesten durch das Zweigbüro und spezifische Anweisungen zum Umgang mit Missbrauchsfällen.
Da Brumley angab, über „direktes Wissen“ der Struktur zu verfügen, wertete das Gericht das Einreichen einer Erklärung, die lediglich den aktuellen (reformierten) Zustand beschrieb, als Täuschungsversuch. Es sah darin eine Taktik, um das Verfahren um 17 Monate zu verzögern.
Man kann nicht in den Kopf von Philip Brumley schauen. Es ist denkbar, dass er in dem Bestreben, die Organisation zu schützen, eine rein aktuelle Sichtweise einnahm, die er für juristisch ausreichend hielt. Vielleicht unterlag die Verteidigung auch einem Irrtum oder versäumte die notwendige Sorgfaltsprüfung (Due Diligence), bevor diese weitreichende Erklärung unterzeichnet wurde.
Klar ist: Die US-Justiz ist ein hartes Umfeld, in dem prozessuale Strategien oft bis an die Grenze ausgereizt werden. In diesem Fall hat sich Brumley jedoch – aus Sicht des Gerichts – zu weit aus dem Fenster gelehnt. Dass er als Leiter der Rechtsabteilung wie jeder Mensch unvollkommen ist, steht außer Frage. Das Gericht beurteilte sein Handeln jedoch nicht als bloßen Irrtum, sondern als sanktionierbare Behinderung der Justiz.
Ich persönlich schliesse jedoch aus dass Brumley hier böswillig gehandelt hat. Andere werden es anders interpretieren – und das ist OK. Fakt ist nur: Brumleys eidesstattliche Erklärung enthielt keine Lüge, sondern beschrieb die aktuelle legalen Sachlage der internen Struktur. Sie war nur im Kontext der Anklage nicht hilfreich, und hat unnötig Zeit und Aufwand gekostet, und wurde als Behinderung der Justiz bewertet, für die Brumley nun die Kosten tragen muss.